Direkt zum Inhalt
Zurück
Pressemitteilung, 19.6.2026

Erinnerungspolitischer Meilenstein

20 Jahre Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer

Berlin, 19. Juni 2026 – Die Stiftung Berliner Mauer erinnert an die Verabschiedung des Gesamtkonzepts zur Erinnerung an die Berliner Mauer des Landes Berlin, das am 20. Juni 2006 durch das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen wurde. Die inhaltliche Vorbereitung oblag dem damaligen Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Thomas Flierl (damals Linkspartei.PDS).

16 Jahre nach dem Mauerfall hält das Konzept unter anderem die dauerhafte Einrichtung eines Bildungs- und Erinnerungsortes in der Bernauer Straße mit der Aufgabe fest, dort zentrale Gedenkveranstaltungen am 13. August und 9. November auszurichten. Die vor Ort bereits existierenden Erinnerungselemente sollten dauerhaft verbunden werden. Dem Konzept liegt die Entscheidung zugrunde, an mehreren Orten in der Stadt dezentral an die Berliner Mauer zu erinnern und ihre Reste zu erhalten. Die weitere Bewahrung dieser Reste, von denen 2006 bereits viele bereits verschwunden waren, bildete – zusammen mit bürgerschaftlichem Engagement, den Grundstein für die institutionelle Entwicklung der Gedenkstätte und der Stiftung Berliner Mauer. Mit der in diesem Jahr sichergestellten Finanzierung für einen Erinnerungsort am Checkpoint Charlie kann nun auch der letzte, im Konzept benannte, bedeutende historische Ort entwickelt werden.

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, sagte dazu: „Das Gesamtkonzept kam spät, aber noch rechtzeitig. Es war ein erinnerungspolitischer Meilenstein, der zeigt, wie wichtig es ist, institutionelle Rahmen für Orte der Demokratiebildung zu schaffen. Unsere hohen Besuchszahlen gerade bei jungen Menschen sowie Kooperationen im Kiez, aber auch auf internationaler Ebene zeigen, das sich erinnerungspolitische Maßnahmen gesellschaftlich auszahlen. Nach der Etablierung sind die kontinuierliche Pflege und langfristige Sicherung historischer Orte unabdingbar.“

Rainer Klemke war 2006 Leiter der AG Museen mit Bundesbeteiligung, Gedenkstätten und Zeitgeschichte in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Er erinnert sich: „Der Weg zum Gesamtkonzept Berliner Mauer war lang: Nach der Euphorie über den Fall der Mauer (und den darauf einsetzenden schnellen Abriss derselben) musste sich Berlin erst darüber klar werden, welch ein weltweites Symbol die Mauer für die friedliche Überwindung von Diktatur und Teilung einer Nation geworden war und Millionen von Touristen in die Stadt lockte, die sich fragten, ‚wo war eigentlich die Mauer?‘ Diese Mauergeschichte an den verbliebenen authentischen Orten und Spuren zu erzählen, war die Aufgabe des Gesamtkonzeptes Berliner Mauer.“

Das Konzept wurde zu einem Zeitpunkt verfasst als bereits zahlreiche Debatten und Streitgespräche um die Art der Erinnerung an die Mauer die Berliner Stadtkultur geprägt hatten. In den 1990er Jahren hatten zahlreiche Bauprojekte zudem das Stadtbild entlang des ehemaligen Mauerstreifens stark verändert. 2009 konnte die Stiftung Berliner Mauer – finanziert durch Landes- und Bundesmittel – ihre Arbeit aufnehmen. Heute verantwortet sie sechs historische Orte: 

  1. Checkpoint Charlie 
  2. Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
  3. East Side Gallery 
  4. Gedenkstätte Berliner Mauer 
  5. Gedenkstätte Günter Litfin 
  6. Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt 

Weitere Infos zum Gesamtkonzept von 2006 finden Sie hier 

Kontakt

Hannah Berger
Pressesprecherin | Leiterin der Abteilung Kommunikation und Veranstaltungen
T: +49 (0)30 213 085 162

presse [at] stiftung-berliner-mauer.de
Nach oben