Scheckübergabe vor "Hands", v. l. n. r.: Manuel Hase, Dr. Beatrix Behrends, Prof. Dr. Axel Klausmeier, Anna von Arnim-Rosenthal © Stiftung Berliner Mauer, Foto: Alishya Tanoku
Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Erhalt von „Hands“
Berlin, 14. Oktober 2026 – An der East Side Gallery wurde heute ein Fördervertrag über 13.300 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an die Stiftung Berliner Mauer übergeben. Mit der Förderung unterstützt die Stiftung die Konservierung des Mauerbilds „Hands“ an der East Side Gallery, des einzigen erhaltenen Originalgemäldes aus dem Jahr 1990, sowie die Entwicklung von Leitlinien zur Sicherung erhaltener Mauerreste aus der ersten Ausbaustufe von 1961.
Die symbolische Scheckübergabe fand vor dem Bild „Hands“ statt. Dr. Beatrix Behrends vom DSD-Ortskuratorium Berlin überreichte den Scheck an Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, und Anna von Arnim-Rosenthal, Leiterin der East Side Gallery. Anwesend war auch Manuel Hase, Referent des Stifter-Service der DSD und Betreuer der Denkmalstiftung für Berlin und Potsdam.
Die Denkmalstiftung für Berlin und Potsdam ist eine Treuhandstiftung der DSD, gegründet von den mittlerweile verstorbenen Stiftern Mechthild und Helmut Gneuss. Sie trägt zur Gesamtsumme 5.000 Euro bei und macht die Unterstützung der East Side Gallery zusammen mit Erträgen der Lotterie GlücksSpirale möglich.
Konservatorische Maßnahmen und Handlungsleitlinien
Mit den 13.300 Euro werden konservatorische Maßnahmen am Mauerbild „Hands“ von Margaret Hunter und Peter Russell unterstützt. „Hands“ ist das einzige noch erhaltene Originalbild der Erstbemalung der Berliner Mauer von 1990. Es zeigt hochgestreckte Hände und ist die teilweise Wiederholung des Bildes „Berlin 09.11.89“, das Hunter in der Nacht malte, als die Mauer fiel. Außerdem unterstützen die Mittel der DSD das Anlegen von Musterflächen, an denen ein Restaurator Methoden zur Beseitigung von und dem Schutz vor Graffiti erproben und daraus Leitlinien ableiten wird, mit dem Ziel, Reste der ersten Ausbaustufe der Berliner Mauer erhalten und dauerhaft bewahren zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in Handlungsleitlinien für die zukünftige Konservierung einfließen.
Die Bedeutung von „Hands“
Das Mauerbild „Hands“ nimmt innerhalb der East Side Gallery deshalb eine besondere Stellung ein, weil es als originales Zeitzeugnis der Bemalung von 1990 erhalten blieb und nur konservatorisch behandelt wurde, während die anderen Mauerbilder im Zuge früherer Restaurierungen ganz oder teilweise neu ausgeführt wurden. Inzwischen haben sich von „Hands“ jedoch Teile der Farbschicht gelöst, sodass Maßnahmen und Arbeiten zur Sicherung erforderlich sind.
Seltene Relikte der 1. Ausbaustufe der Berliner Mauer
Zugleich richtet sich die Förderung auf einen seltenen Rest der Berliner Mauer aus der ersten Ausbaustufe von 1961. Solche Zeugnisse der frühen Grenzanlagen haben sich nur an wenigen Orten Berlins erhalten. Die betroffenen Mauerteile sind derzeit für Besucher kaum als historisches Relikt erkennbar. Durch die geplanten Musterflächen sollen Wege für eine behutsame Freilegung, Dokumentation und dauerhafte Bewahrung entwickelt werden.
Die East Side Gallery
Die East Side Gallery ist das längste erhaltene Teilstück der Berliner Mauer. Auf rund 1,3 Kilometern Länge sind mehr als 1.000 originale Mauersegmente des sogenannten „Grenztyps 75“ erhalten geblieben. Im Sommer 1990 gestalteten 118 Künstlerinnen und Künstler aus 21 Ländern die Betonsegmente und schufen damit die größte Open-Air-Galerie der Welt. Aufgrund ihrer historischen, städtebaulichen und künstlerischen Bedeutung wurde die Anlage bereits 1991 unter Denkmalschutz gestellt.
Heute zählt die East Side Gallery mit jährlich rund vier Millionen Besucherinnen und Besuchern zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins. Sie erinnert an die Teilung Deutschlands und gilt zugleich als Symbol für die friedliche Überwindung der SED-Diktatur. Die geplanten Maßnahmen dienen dem langfristigen Erhalt dieses herausragenden Denkmals und der Vermittlung seiner Geschichte für künftige Generationen. Die East Side Gallery in Berlin gehört zu den mehr als 250 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Berlin fördern konnte.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals ®.
Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht.
Kontakt
Hannah Berger
Pressesprecherin | Leiterin der Abteilung Kommunikation und Veranstaltungen
T: +49 (0)30 213 085 162
Scheckübergabe vor "Hands", v. l. n. r.: Manuel Hase, Dr. Beatrix Behrends, Prof. Dr. Axel Klausmeier, Anna von Arnim-Rosenthal © Stiftung Berliner Mauer, Foto: Alishya Tanoku
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East Side Gallery, 1990 © Stiftung Berliner Mauer, Foto: Mary Mackey
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Konservierung von "Hands", 2026 © Stiftung Berliner Mauer
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