Direkt zum Inhalt
Grafik
Zurück
Zeitzeugengespräch, 65 Jahre Mauerbau

"Kindheitserinnerungen: Leben an der Mauer" am Brandenburger Tor

Mit Martin Cartolano-Löffler & Alexandra Weltz-Rombach, moderiert von Petra Gute

Was bedeutete der Mauerbau für diejenigen, die ihn direkt erlebten? Wie nahmen sie den 13. August 1961 wahr? Und welche konkreten Folgen hatte die Berliner Mauer für sie? Am Brandenburger Tor geben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Einblicke in ihre persönlichen Erinnerungen – von den ersten Tagen des Mauerbaus bis zur Grenzöffnung im November 1989. Ihre Berichte eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf die deutsch-deutsche Teilung: von kindlichen Wahrnehmungen oder journalistischen Betrachtungen über Erfahrungen von Repression in der DDR bis hin zu Fluchtgeschichten. Diese Erinnerungen machen deutlich, dass die Berliner Mauer zwar eine klare politische Funktion erfüllte, für die Menschen jedoch unterschiedliche Bedeutungen hatte und ihre Lebenswege auf vielfältige Weise prägte. 

Martin Cartolano-Löffler, geboren im Februar 1962 in Berlin-Mitte (Ost-Berlin) wuchs in unmittelbarer Nähe zum Grenzgebiet in der Ackerstraße auf. Seine Kindheit war vom Alltag mit der Mauer geprägt. Die Berliner Mauer war allgegenwärtig und begleitete die täglichen Wege zu Treffen mit Freunden oder zum Sport. Nach dem Besuch der politechnischen Oberschule von 1968-1978 begann er eine Lehre als Vollmatrose und fuhr von 1978-1982 unter anderem nach Kuba und Südostasien. Dem Pflichtdienst in der Nationalen Volksarmee (NVA) konnte er aufgrund seiner Tätigkeit nicht entgehen. Später begann er ein Studium der Heimerziehung und erlebte dort Jugendliche, die dem Staat zunehmend desillusioniert gegenüberstanden. Nach dem Mauerfall blieb Martin Cartolano-Löffler im Bereich der Heimerziehung, gründete die erste Jugendwohngemeinschaft in Berlin-Prenzlauer Berg und absolvierte von 1994-1998 ein Studium der Sozialen Arbeit. Bis heute arbeitet er als Sozialarbeiter in der Jugendhilfe. 

Alexandra Weltz-Rombach wurde 1973 in Bremen geboren. Beide Eltern kamen ursprünglich aus der DDR, der Vater war wegen „versuchter Republikflucht“ in Haft. Seine Familie hatte daraufhin die Ausreise beantragt, der Vater wurde freigekauft. Die Mutter konnte als seine Verlobte ebenfalls nach West-Deutschland ausreisen. Im Jahr 1984 zog die Familie aus beruflichen Gründen von Bremen nach West-Berlin. Als Jugendliche erlebte Alexandra Weltz-Rombach den Umzug in die geteilte Stadt als aufregenden Neuanfang. Sie begann sich früh für das West-Berliner Nachtleben zu interessieren und kam mit verschiedenen Musikbewegungen, Clubs und Subkulturen in Berührung. Die Teilung der Stadt war dabei allgegenwärtig und vom alltäglichen Leben mit der Mauer bestimmt.

Das Angebot findet im Rahmen des Sonderprogramms zum 65. Jahrestag des Mauerbaus statt.
Gefördert mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der LOTTO-Stiftung Berlin

Mehr Informationen: mauerbau65.berlin

Standort
Stiftung
Kosten
kostenfrei
Treffpunkt

Platz des 18. März am Brandenburger Tor, 10117 Berlin

Nach oben