"Fotografische Blicke auf die Mauer" am Brandenburger Tor
Gespräch mit Christine Bartels und Mahmoud Dabdoub
Was bedeutete der Mauerbau für diejenigen, die ihn direkt erlebten? Wie nahmen sie den 13. August 1961 wahr? Und welche konkreten Folgen hatte die Berliner Mauer für sie? Am Brandenburger Tor geben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Einblicke in ihre persönlichen Erinnerungen – von den ersten Tagen des Mauerbaus bis zur Grenzöffnung im November 1989. Ihre Berichte eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf die deutsch-deutsche Teilung: von kindlichen Wahrnehmungen oder journalistischen Betrachtungen über Erfahrungen von Repression in der DDR bis hin zu Fluchtgeschichten. Diese Erinnerungen machen deutlich, dass die Berliner Mauer zwar eine klare politische Funktion erfüllte, für die Menschen jedoch unterschiedliche Bedeutungen hatte und ihre Lebenswege auf vielfältige Weise prägte.
Christine Bartels, geboren 1955, zog im Alter von 22 Jahren in eine Wohnung in der Brunnenstraße – direkt an die Grenze zu West-Berlin. Aus den Fenstern ihrer Wohnung konnte Christine Bartels in den Grenzstreifen schauen. Heimlich machte sie Fotos. Ihr Alltag im Grenzgebiet war durch zahlreiche Kontrollen und Einschränkungen geprägt. Trotzdem engagierte sie sich in der unabhängigen Friedens- und Umweltbewegung. Als Christine Bartels 1984 die Erlaubnis erhielt, zum 65. Geburtstag ihrer Tante nach West-Berlin zu fahren, besuchte sie dort auch die Bernauer Straße, um von einer Besucher*innenplattform auf ihr Haus in Ost-Berlin zu schauen.
Mahmoud Dabdoub, geboren 1958, kam 1981 aus dem Libanon in die DDR und hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotografie studiert. Ab seinem ersten Studienjahr wurden seine Fotografien in Ausstellungen gezeigt. 1988 präsentierte er seine Diplomausstellung auch in Köln. Als ausländischer Student konnte er die Grenze der DDR in den Westen überqueren. Bei einem Besuch in West-Berlin fotografierte er die Berliner Mauer.
Das Angebot findet im Rahmen des Sonderprogramms zum 65. Jahrestag des Mauerbaus statt.
Gefördert mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der LOTTO-Stiftung Berlin
Mehr Informationen: mauerbau65.berlin
- Standort
- Stiftung
- Sprache
- Deutsch
- Kosten
- kostenfrei
- Treffpunkt
Platz des 18. März am Brandenburger Tor, 10117 Berlin