65 Jahre Mauerbau
Zentrale Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Berliner Mauer
Berlin, 13. August 2026 – In der Bernauer Straße hat heute die zentrale Gedenkveranstaltung anlässlich des Baus der Berliner Mauer vor 65 Jahren stattgefunden. In der Kapelle der Versöhnung gedachten die Teilnehmenden der Opfer von Mauer und Teilung. An der Gedenkveranstaltung nahmen die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Julia Klöckner, und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, teil. Eine Audio-Collage mit O-Tönen aus der Bernauer Straße von 1961, zusammengestellt von Benjamin Drees, führte in die Andacht ein. Im Anschluss richtete der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, ein Grußwort an die Anwesenden.
Darauf folgte die Rede der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. „Eine Mauer mitten durch eine Stadt zu errichten, war ein Akt politischer Gewalt“, sagte Klöckner. „Die DDR war keineswegs ein Friedensstaat. Sie ging gegen Menschen vor, die ihre eigene Meinung vertraten, ihre Freiheit leben und sich dem System nicht unterordnen wollten.“ Und weiter: „Freiheit können wir nicht verwalten. Wir müssen sie mit Leben und mit Vertrauen füllen. Im Zweifel müssen wir sie verteidigen - gegen Gleichgültigkeit, Desinteresse, Relativierungen - aber auch gegen Freiheitsfeinde. Im Inneren, wie nach außen. Die Entscheidung für die Freiheit muss jede Generation - gerade im Angesicht unserer Geschichte - neu treffen.“
Anschließend war eine Audio-Collage mit Ausschnitten aus dem letzten Gottesdienst von Helmut Hildebrandt, Vater von Jörg Hildebrandt, aus dem Jahr 1961, zu hören. Der Zeitzeuge Jörg Hildebrandt berichtete im Gespräch mit seinen Enkelinnen davon, wie er den Bau der Berliner Mauer in der Bernauer Straße erlebt hat. In Erinnerung an die Todesopfer an der Berliner Mauer wurde zudem die Biografie von Ida Siekmann, die am 22. August 1961 bei einem Fluchtversuch in der Bernauer Straße ums Leben kam, gelesen.
Nach der Andacht versammelten sich die Teilnehmenden am Denkmal für die Opfer der Berliner Mauer. Dort sprach Frank Ebert, Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, kurz, bevor die Kranzschleifen gerichtet wurden.
Ab heute bis zum 17. August lädt die Stiftung zu einem Sonderprogramm ein: In der Kapelle der Versöhnung werden die Biografien der Todesopfer an der Berliner Mauer gelesen und am 15. August um 18 Uhr gibt es ein Konzert mit Ekkehard Maaß. Außerdem ist ein Holzschnitt des Künstlers und Zeitzeugen Gino Kuhn zu sehen, der anlässlich des Jahrestages entstand.
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Hannah Berger
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