Direkt zum Inhalt
Grafik
Zurück
Zeitzeugengespräch, 65 Jahre Mauerbau

"Tunnelfluchten an der Berliner Mauer" am Brandenburger Tor

Gespräch mit Joachim Neumann & Hubert Hohlbein moderiert von Nine-Christine Müller

Freitag, 14.8.2026, 18:00 – 18:30 Uhr

Was bedeutete der Mauerbau für diejenigen, die ihn direkt erlebten? Wie nahmen sie den 13. August 1961 wahr? Und welche konkreten Folgen hatte die Berliner Mauer für sie? Am Brandenburger Tor geben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Einblicke in ihre persönlichen Erinnerungen – von den ersten Tagen des Mauerbaus bis zur Grenzöffnung im November 1989. Ihre Berichte eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf die deutsch-deutsche Teilung: von kindlichen Wahrnehmungen oder journalistischen Betrachtungen über Erfahrungen von Repression in der DDR bis hin zu Fluchtgeschichten. Diese Erinnerungen machen deutlich, dass die Berliner Mauer zwar eine klare politische Funktion erfüllte, für die Menschen jedoch unterschiedliche Bedeutungen hatte und ihre Lebenswege auf vielfältige Weise prägte. 

In den ersten Monaten nach dem Mauerbau gelang über 50.000 Menschen die Flucht durch die im Aufbau befindlichen Absperrungen in den Westen. Aber der rasche, kontinuierliche Ausbau des Grenzsystems erschwerte Fluchtaktionen zunehmend. Fluchthelfergruppen suchten nach neuen Wegen zur Überwindung der Mauer – beispielsweise unter der Grenze hindurch: Mehr als 300 Menschen flüchteten durch Tunnel in den Westen. Das Graben von Tunneln war aufwendig und risikoreich. Die beiden Zeitzeugen Joachim Neumann und Hubert Hohlbein berichten im Gespräch, wie es zu ihrem Engagement kam und welchen Herausforderungen sie sich beim Tunnelbau und den Fluchtaktionen stellen mussten. 

Joachim Neumann, geboren 1939, legte in Ost-Berlin sein Abitur ab und studierte in Cottbus Bauingenieurwesen. Mit einem Schweizer Pass gelang ihm kurz vor Weihnachten 1961 die Flucht nach West-Berlin. Dort setzte er sein Studium an der Technischen Universität Berlin fort. In West-Berlin wollte Joachim Neumann auch anderen bei der Flucht helfen. Er schloss sich einer Gruppe von Fluchthelfer*innen an und arbeitete an fünf Fluchttunneln mit. Besonders bekannt wurde der „Tunnel 57“ an der Bernauer Straße. Durch diesen Tunnel gelang im Oktober 1964 insgesamt 57 Menschen die Flucht nach West-Berlin – darunter auch seine Freundin. Für seinen Einsatz als Fluchthelfer erhielt Joachim Neumann 2012 das Bundesverdienstkreuz. 

Hubert Hohlbein, geboren 1942, wuchs im Ost-Berliner Bezirk Adlershof auf und lernte den Beruf des Elektrotechnikers. Er flüchtete am 21. November 1963 mit einer Tauchausrüstung durch den Jungfernsee aus der DDR und lebte fortan in West-Berlin. Hier studierte er Elektrotechnik und wurde Teil einer studentischen Fluchthelfergruppe. Hubert Hohlbein war genau wie Joachim Neumann an dem Bau des erfolgreichen Fluchttunnels „Tunnel 57“ beteiligt. Eine der Personen, die durch den Tunnel flüchteten, war Hohlbeins Mutter. Nach der Mithilfe bei der Fluchtaktion durch den Tunnel half Hohlbein noch zwei weiteren Personen bei ihrer Flucht aus der DDR. Er erhielt für seinen Einsatz als Fluchthelfer 2012 das Bundesverdienstkreuz.

Das Angebot findet im Rahmen des Sonderprogramms zum 65. Jahrestag des Mauerbaus statt.
Gefördert mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der LOTTO-Stiftung Berlin

Mehr Informationen: mauerbau65.berlin

Standort
Stiftung
Sprache
Deutsch
Kosten
kostenfrei
Treffpunkt

Platz des 18. März am Brandenburger Tor, 10117 Berlin

Nach oben