Bedrohtes Begehren
Queeres Leben im geteilten Berlin 1945–1970
Bei dem, was die Berliner Mauer trennte, ist ein Aspekt in der Erinnerungskultur bisher zu kurz gekommen: Die Mauer riss auch die queere Szene Berlins auseinander, trennte queere Paare und Freundschaften. Denn Berlin war auch in den 1950ern und 1960ern eine Stadt, in der viele queere Menschen lebten – in Ost wie in West. Es gab queere Bars und Kneipen und einen queeren Alltag, aber auch Repression und Strafverfolgung. Die Berliner Mauer zerschnitt die grenzüberschreitenden Kontakte und Räume.
Dr. Andrea Rottmann zeichnet in ihrer Studie „Bedrohtes Begehren. Queeres Leben im geteilten Berlin, 1945–1970“ diese Geschichte Berlins im Kalten Krieg detailliert anhand unterschiedlicher Quellenarten nach.
Lesung und Gespräch eröffnen Diskussionsräume über das Leben in Berlin, die Erinnerung an Günter Litfin, den ersten an der Mauer Erschossenen, und die Frage, wie queere Lebensgeschichten erinnert, vergessen oder im öffentlichen Gedenken sichtbar gemacht werden.
Programm
- Begrüßung: Cornelia Thiele, Kuratorin Sammlung und Archiv, Stiftung Berliner Mauer
- Lesung und Gespräch mit Dr. Andrea Rottmann
- Moderation: Dr. Sarah Bornhorst, Kuratorin Zeitzeugenarbeit und Oral History, Stiftung Berliner Mauer
Dr. Andrea Rottmann leitet am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin das Projekt „LGBTIQ* Movements as Agents of Democratization: Historical, Contemporary, and Future Resources for Imagining Inclusive and Diverse Democracies” (in Kooperation mit der Volkswagen Stiftung). Sie studierte in Berlin Geschichte und Nordamerikastudien. An der University of Michigan (USA) promovierte sie mit ihrer Forschung zur queeren Geschichte Berlins.
In Kooperation mit dem BeBra Wissenschaft Verlag
- Standort
- Gedenkstätte Berliner Mauer
- Zielgruppe
- Erwachsene
- Kosten
- kostenfrei
- Info
Anmeldung erbeten