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Zwei Faltboote mit Paddel nebeneinander

Die angeschwemmten, beschädigten Faltboote der bei der Ostsee-Flucht verunglückten Familie Balzer, 1979 © BStU, MfS, BV Dresden, KD DDL, Nr. 3166, Seite 147 ff.

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Ausstellungseröffnung, Diskussion, Vortrag

Wo Kolibris schwimmen

Leben und Tod an der Ostseegrenze der DDR

Mittwoch, 24.6.2026, 18:30 Uhr

Die Ostsee markierte in der DDR einen Raum, in dem sich zwei Wirklichkeiten überlagerten: Urlaubslandschaft und tödlich bewachte Staatsgrenze. Während viele Menschen an der Ostseeküste ihren Sommer verbrachten und das Meer als Ort der Erholung erlebten, versuchten andere, über genau dieses Wasser der SED-Diktatur zu entkommen. Mindestens 135 Menschen verloren dabei ihr Leben; zahlreichen weiteren gelang die Flucht durchs Wasser. Die Ostsee ist damit ein Raum, in dem sich alltägliche Erfahrungen und politische Gewalt auf besondere Weise vermengen.

Im gemeinsamen Gespräch treffen zwei Perspektiven aufeinander: historische und künstlerische Forschung. Moderiert von Dr. Martina Weyrauch, diskutieren die Historikerin Prof. Dr. Hope M. Harrison und die Künstlerin Marie Jeschke darüber, wie sich unterschiedliche Formen des Wissens ergänzen – und wie Kunst und Wissenschaft gemeinsam neue Zugänge zur Ostsee als Erinnerungsraum entwickeln können. Im Anschluss wird die Ausstellung „Wo Kolibris schwimmen“ von Marie Jeschke im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer eröffnet.

Programm

  • Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier
  • Vortrag: Prof. Dr. Hope M. Harrison
  • Podiumsgespräch: Prof. Dr. Hope M. Harrison und Marie Jeschke
    Moderation: Dr. Martina Weyrauch
  • Eröffnung der Ausstellung „Wo Kolibris schwimmen“
Standort
Gedenkstätte Berliner Mauer
Sprache
Deutsch
Zielgruppe
Erwachsene
Kosten
kostenfrei
Treffpunkt

Gedenkstätte Berliner Mauer, Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin

Info

Anmeldung erbeten

Zur Anmeldung

Podium

  • Die Historikerin Prof. Dr. Hope M. Harrison untersucht derzeit das Leben an der Ostsee in der DDR: den Alltag, die Überwachung, die Ambivalenz zwischen Ferienidylle und Grenzregime. 
     
  • Die Künstlerin Marie Jeschke widmet sich in ihrer künstlerischen Praxis denjenigen, die bei Fluchtversuchen über die Ostsee ums Leben kamen. Im Ostseewasser selbst entstehen abstrakte Malereien, die den Opfern und dem Wasser eine Stimme geben. 
     
  • Dr. Martina Weyrauch ist ehemalige Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und war Mitglied im Fachbeirat Gesellschaftliche Aufarbeitung/Opfer und Gedenken in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED- Diktatur.
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