© Stiftung Berliner Mauer
21. Roggenernte an der Kapelle der Versöhnung
Heute wurde der Roggen auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Kapelle der Versöhnung zum 21. Mal geerntet. Das etwa 2.000 m² große Getreidefeld im ehemaligen Grenzstreifen ist ein bedeutender Teil der Gedenkstätte in der Bernauer Straße.
Der diesjährige Ernteertrag wird auf etwa 300 bis 400 Kilogramm geschätzt. Rund 60 Prozent davon werden zu Mehl verarbeitet, aus dem Brot und Brötchen entstehen, die an Besucherinnen und Besucher der Kapelle der Versöhnung ausgegeben werden. An Weihnachten backt die ehrenamtliche Bäckerin außerdem Lebkuchen und fertigt Oblaten.
Seit 2006 betreut das Albrecht Daniel Thaer-Institut der Humboldt-Universität das Feld wissenschaftlich und übernimmt Pflege, Aussaat und Ernte. Zur Förderung der Biodiversität und zur Verbesserung der Bodenqualität wurde 2023 die insektenfreundliche Luzerne auf einem Teil des Feldes ausgesät, die dem Boden Stickstoff zuführt und ihn so auf natürliche Weise düngt. In diesem Jahr wurde wieder auf der gesamten Fläche Roggen gesät. Auf den Flächen, wo zuvor Luzerne wuchs, zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Roggenpflanzen – die Ernte fiel hier gut aus. Der Rest des Feldes blieb dagegen hinter den Erwartungen zurück: Die zehn Tage extreme Hitze im Juni waren verheerend, da sie die Pflanzen genau in der Kornfüllungsphase trafen und zu sehr kleinen, sogenannten Schmachtkörnern führten.