„Ihr löscht das Feuer mit Benzin“ – Die Tagebücher Wolf Biermanns
Buchvorstellung mit Ilko-Sascha Kowalczuk
16. November 1976: Der Liedermacher Wolf Biermann ist im gewerkschaftseigenen Mercedes der IG Metall unterwegs auf der Fahrt von Köln nach Bochum. Die IG Metall hat den 1953 von Hamburg nach Ost-Berlin übergesiedelten und in der DDR seit nunmehr elf Jahren mit Auftrittsverbot belegten Sänger zu Konzerten im Westen eingeladen. Drei Tage zuvor - am Geburtstag seines 1943 im KZ Auschwitz ermordeten Vaters - hat Biermann das legendäre Konzert in der Kölner Sporthalle gegeben. In Bochum soll sein zweites West-Konzert stattfinden. Unvermittelt vernimmt der Künstler im Autoradio die Nachricht, „die zuständigen Behörden der DDR“ hätten ihm das „Recht auf weiteren Aufenthalt in der Deutschen Demokratischen Republik entzogen“. Die Rechnung der DDR-Behörden, mit Biermanns Ausbürgerung die Opposition im Lande zu schwächen, ging nicht auf: der Bittbrief von 12 prominenten DDR-Schriftstellern, die „Maßnahme der Ausbürgerung“ zu überdenken, löste eine unerwartete Protestwelle aus.
Anlässlich des 50. Jahrestages seiner Ausbürgerung und seines 90. Geburtstag gibt der mit dem Liedermacher befreundete Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk Auszüge aus dessen umfangreichen Tagebüchern heraus. In der Gedenkstätte Berliner Mauer stellt er das Buch vor.
Moderation: Doris Liebermann, Mitglied im Förderverein der Gedenkstätte Berliner Mauer
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe Leben in Diktaturen des Fördervereins Gedenkstätte Berliner Mauer statt.
In Kooperation mit dem Förderverein Gedenkstätte Berliner Mauer und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)
- Standort
- Gedenkstätte Berliner Mauer
- Kosten
- kostenfrei
- Info
Anmeldung erbeten