Günter Litfin, ca. 1960 © Stiftung Berliner Mauer, Schenkung Jürgen Litfin
65. Todestag Günter Litfins
Gedenken und Ausstellungsintervention
Heute, am 24. August 2026, jährt sich zum 65. Mal der Todestag von Günter Litfin. Er war das erste Todesopfer der Berliner Mauer, das durch Schüsse ums Leben kam. Aus diesem Anlass findet heute an der Gedenkstätte Günter Litfin in der Kieler Straße eine Gedenkveranstaltung statt. Im Anschluss wird die Ausstellungsintervention „11 Tage im August“ mit Manga-Comics eröffnet, die im Rahmen eines Ferienworkshops der Stiftung Berliner Mauer und der Jugendkunstschule Pankow entstanden ist.
In einer fünftägigen Workshopwoche setzten sich Jugendliche aus Berlin und Brandenburg mit der Lebensgeschichte Günter Litfins und den Folgen des Mauerbaus auseinander. Auf Grundlage historischer Fotografien, Videos und Zeitzeugenberichte entwickelten sie eigene Manga-Geschichten, die sich mit der Vergangenheit ebenso wie mit der Frage beschäftigen, was hätte sein können.
Günter Litfin wurde 1937 in Berlin geboren und lebte in Ost-Berlin. Als Schneider arbeitete er in West-Berlin und war damit einer der zahlreichen Grenzgänger der geteilten Stadt. Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 war der Weg nach West-Berlin versperrt. Am 24. August versuchte Litfin, durch den Humboldthafen nach West-Berlin zu fliehen. Nach Warnschüssen eröffneten Transportpolizisten das Feuer und trafen ihn tödlich.
Auch die Berichterstattung über Günter Litfins Tod war von der Diffamierung seiner Person geprägt. Seine Homosexualität wurde in der DDR-Presse gezielt aufgegriffen, um ihn abzuwerten und die Empörung über seinen Tod zu relativieren. Anlässlich seines 65. Todestages widmet sich die Veranstaltung „Bedrohtes Begehren – Queeres Leben im geteilten Berlin 1945–1970“ am 27. August 2026 um 18:30 Uhr der Geschichte queeren Lebens im geteilten Berlin und seiner Erinnerung. Dabei geht es auch um den Umgang mit der Lebensgeschichte Günter Litfins.