
Günther Schaefer im Zeitzeugeninterview der Online-Ausstellung zur East Side Gallery, 2022 © Stiftung Berliner Mauer
Die Stiftung Berliner Mauer trauert um Günther Schaefer
Mit großer Betroffenheit hat die Stiftung Berliner Mauer die Nachricht vom Tod Günter Schaefers am 14. Dezember 2023 aufgenommen. Er hatte sich 1990 mit seinem Bild "Vaterland" als einer der ersten Künstler an der weltberühmten East Side Gallery beteiligt.
1954 in Franken in unmittelbarer Grenznähe zu Thüringen geboren, zog er 1989 nach der Maueröffnung nach Berlin. Dort lebte er bis zu seinem Tod. Als Werbe- und Kunstfotograf ist er heute international bekannt für seine Schwarz-Weiß-Fotografien der Maueröffnung und seine Langzeit-Fotografie-Projekte. Seit 1986 war er Teil von über 200 Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Kunstaktionen und 1996 Gründungsmitglied der Künstlerinitiative East Side Gallery e.V.
Das Motiv zu seinem Bild "Vaterland" entstand zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1938, thematisiert aber auch den Mauerfall. Das Bild wird oft zum Ziel politisch motivierter und antisemitischer Parolen. Schaefer entfernte sie immer wieder und stellte sein Bild mehr als 60 Mal wieder her. Zugleich ergänzte er den Schriftzug "Time Bomb", um an die rassistischen Gewalttaten in Hoyerswerda, Mölln, Solingen und anderswo zu erinnern.
In der Online-Ausstellung zur East Side Gallery spricht er im ausführlichen Zeitzeugeninterview über sich, sein Werk und die Geschichte der East Side Gallery.

Bild "Vaterland, 2009 © Stiftung Berliner Mauer, Foto: Günther Schaefer